Hanjoist uppem Stannesamte
Von Wilhelm Tröster
In ollen Tuin, do was uppem Amte mohl en Sekretarjes, do maken sick viele Lüe bange vör. Do segg Liesbettken teu Hanjoist: " Et wätt Tuid, dat diu de Kinddäpe anmellest in Diälbrügge, dat wui kenne Strofe betahlen briuket." "Dat däh ick all geern" segg Hanjoist, "wenn ick wüßte, dat de Sekretarjes no do wör. Dei kann seu recht kein Duitsch verstohn, un man kann seu schlecht domit iutkumen." "Oh watt, go man teu, dat is seu schlimm nit, man mott seun bittken resoliut domit küern, dann geit et am besten." Hanjoist dachte: "Et is biäter, dat man en lück fründlick küert. En gut Weort, en guden Eort."
Hei kam up et Amt un segg: "Guden Dag, Här Sekretarjes, hä jui gud slopen? Will Jui nit en bittken in et Wiäder gohn? Ich denke, dann trecket jui biäter Hansken an."
"Was geht das Sie an, wie ich geschlafen habe? Was wollen Sie?" "Här, ich woll ne Däpe anmellen."
"Eine Taufe? Unsinn! Hier werden nur Geburten angemeldet."
Hei namm sin Beuk un schruif. - "Wie heißt er?" - "Pumperlump," segg Hanjoist. "Und mit Vornamen?" "Hanjoist" - "Dummes Zeug! Das heißt Johann Jodokus!" segg de Sekretarjes un schruif: JOHANN JODOKUS. "Wie heißt der Vater?" "Justseu, wie ick et all seggt häwwe. Johann Jodokus Pumperlump." "Und die Mutter, wie heißt die?" "īJo, dei is iut dem Rewwesken." "Dummheit! Wie heißt Ihre Frau?" "Dei hett: Lüttkejungentonextenschlingen." "Unsinn! Sie haben doch keinen Jungen geheiratet!" "Nei, Här, keinen Jungen, sei hett: Liesbettken Lüttkejungentonextenschlingen." De Sekretarjes schrief: ELISABETH KLEINEJUNGEN ZUR LETZTEN SCHLINGEN.
"Här, dat kann ick nit unnerschruiwen, seo hett muine Frugge nit. Sei hett just seu, as ick et Jui seggt häwwe." "Das is ja ein dummer Name," segg de Sekretarjes. "Jo," segg Hanjoist, "innen Rewwesken, do hett se kurieuske Namens, wie wui et in Diälbrügge nit gewuhnt sind. In dei Giegend sall einer Schwienesteert heiten." Dei Sekretarjes reit dat Blatt kapott. Wat hei schriewen har, was vär de Katten.
Do ging et wieher los: "Wann ist das Kind geboren?" "Jo, Här, Sunndag do häwwe wui et diäpen loten." "Was soll das heißen?" segg de Sekretarjes, "ich frage, wann das Kind geboren sei?" "Twei Dage vor de Däpe", segg hei. "Also geboren am 14. Februar. Nun lese ich Ihnen das Protokoll vor: Es erschien der Johann Jodokus Pumperlump, Kolon in Westerloh." "Här", segg Hanjoist, "datt sin ick nit, seu wuit häwwe ick et neu nit brocht." "Wo wohnen Sie denn?" "Ächter Hüwelhuaf," segg Hanjoist. "Zum Schinder, was wollen Sie denn hier? Dann gehen Sie doch nach Hövelhof zum Vorsteher!" "Jo, Här, dat häwwe wui all probeiert. De Vorsteher segg: Jui hört ment na Hüwelhuaf unner die Klocken, öwwer na Diälbrügge unner den Galgen. Ick mogg na Jui gohen." "Dann gehören Sie nach Ostenland", segg de Sekretarjes un reit dat Protokoll teum twedden Mohle kapott; et was wieher vör de Katten.
Hei schrief naumohl un laus wieher vör: "... geboren am 14.2." "Här", segg Hanjoist, "Jui verdeut Jiu! Et was en Mäken." Do ward de Sekretarjes wahne. "Es ist doch wirklich zum Tollwerden! Das ist nun schon zum dritten Male!" Öwwer hei mochte wieher dat Blatt tiruiten, et was wieher vör de Katten.
"Wie heißt denn das Mädchen?" "Dat hett Druiksken," segg hei, seu hett Liesbettken siägt." "Wie heißt das auf Hochdeutsch?" "Druiksken, segg Liesbettken, härre de Pasteuer et doft." Do gingen den Sekretarjes de Sinne iüäwer. "Gehe er nach Hause und frage er die Frau, wie Druiksken hochdeutsch heißt!" Do word Hanjoist öwwer äuk wane un fänk an, resoliut to küern: "Här, meine Jui, ick härre muine Beine stualen? Twei Stunne henne und twei Stunne denne, ümme einen hauchduitsken Namen nohtofrogen!" "Das ist mir ganz egal! Packen Sie sich nach Hause und melden Sie mir morgen den Namen in hochdeutsch an oder Sie werden in Strafe genommen." -
Hanjoist moch in den suren Appel buiten un gink. Ei, dachte hei, de Pasteuer van Diälbrügge weit den Namen von beiden Suiten gerade seu gutt as de von Hüwelhuaf. Hei kamp up de Pastrote und segg: "Is de Pasteuer ti Hius?" "Nei," seggten se in de Küken, dei is nich do" "Ei, ick sin in graute Verlegenheit, ick soll uppem Amte seggen, wie Druiksken up hauchduitsk hett." "Datt hett Gertrud", seggten se. "Jo, wo Jui dat niu segget, weit ick et äuk."
Niu gink hei nau mohl trügge un word ohne Spektakel un Schennen domt ferrig. As hei na Hius kam, segg hei teu Liesbettken: "Dat was wat! Öwwer dat segge ick dem Amptmann: Schaffet sei sick einen Sekretarjes an, de vullkumen Duitsk versteiht, oder ick goh do nit wieher henne."