Chronik der Gemeinde Dorfbauerschaft

Chronik der Gemeinde Dorfbauerschaft mit dem Jahre 1867 anfanget.

Aus den vorhergehende Jahre war in diesen Buche nichts eingetragen, da sich dieses Buch bei den Gemeinde Acten vorfand und jedenfals seid 1818 auf Verordnung der Königlichen Regierung zu Minden zu diesen Zwecke angeschaft ist. War es leer die ersten Bläter von Mäusen und Moten zerfressen so das sie musten weggeschniten werden.

Da sich in diesen Jahre besondere Ereignisse nicht zugetragen haben für die hiesige Gemeinde war es doch in algemeinen ein schlechtes zu nennen. Den von anfangsan bis zum späten Herbst mit Regen überhäuft. Die folgen davon war eine Schlechte Ernte besonders der Rog[g]en, der schon in der Saat 3 rth 15 Sg kostete. Der Buchweizen war zimlich gerathen kostet 2 rth 20 Sg. Die Kartoffeln haben sich bei der Nässe erhalten und lieferten einen unerwarteten Ertrag und beseitigten aus mancher Fammilge die Nahrungs Sorgen. Die Wege in der Gemeinde gerithen wegen den vielen Regen in einen schlechten Zustand und kosteten den anschießenden Grundbesitzer mühe wieder in den vorigen Stand zu setzen, da die Wege immer noch im Lande Delbrück von den Adjasenten gebessert werden. Nur Brücken und Durchlässe werden die Kosten Gemeinschaflich bestritten.

Auch ist die Pfarkirche wo am 19 August 1864 der Grundstein gelegt ist in ihren Anbau volendet. Die innere Auszierung[?] konte wegen Spätherbst nicht mehr ausgeführt werden und blieb für das folgende Jahr übrich. Die Kosten werden sich belaufen auf 24 Tausend Thaler die von der Kreissparkasse zu Paderborn erst angeleihet sind. Es war eine Baukomision gebildet die bestand aus den Geistlichen 1 Pastor Büscher Caplan Reich Caplan Richter von der Civilseite aus den Landrath Grasho dem Amtmann Schrader und von jeder einzelnen Gemeinde die zur Pfarkirche gehörten, der Vorsteher und zwei gewählte Gemeindeverordnete Die ganze Kommision bestand aus 20 Mann die sich auf Einladung des Amtmanns auf der Knabenschule in Delbrück versammelten.

Die Vertreter der Gemeinde waren in Dorfbauerschaft Vorsteher Wiethaupt Gemeindeverordnete Blome Ebesmeyer Lipsmeyer Schwarzenberg.Westermeyer vulgo Böse Osterrellermann.

1868

Das heutige Jahr war von den vergangenen in der Witterung das gegentheil, so das die Hitze den höchsten punkt erreichte. Doch die Ernte war gut nur die Kartoffeln die übrigens auch säm[t]lich gut gerathen waren konten die auf Sandbotten gestanden hatten nicht von Menschen genossen werden, weil sie von der Sonnenhitze in den Sande verbrand und Glaserich waren. Am 7 Dezember war ein Sturmwind, der von Menschen gedenken noch nicht erlebt war. Die Häuser Zitterten und blieb keiner übrig der keine Steine von Dache verlor, der war nur froh das es dabei blieb. Viele Häuser sind zerstört. Der Wind war gegen 8 Uhr Morgens so heftig das keiner im Stande war in freihen zu gehen ohne an die Erde gerissen zu werde. Die stärksten Bäume wurden entwurtzelt, oder brachen mitten entzwei. Kein Weg wo Bäume stande war mehr pasierbar.

1869

Am 30ten April in der Nacht auf den ersten May verfrohr der Roggen auf den Sandboden ganz totahl, das viele Stücke abgemehet wurde und Buchweitzen gesäet der sich gut Zeichte als beide Saaten wieder gut zu machen. Jedoch es traf ihn wieder nach voller Blüte das nähmliche Schicksal und verfrohr noch mahl wieder, und brachte nur einen geringen Ertrag.

1870

Den 4ten März starb der Landrath Grasho von Paderborn plötzlich beim Besuche seinen Gute Tegenhof genannt in hiesiger Gemeinde von dessen Kentnisse alle von tiefen Trauer überrasch[t] wurden. Schon bereitete der Kreis Paderborn sich vor den menschenfreundlichen Landrath am 4ten April den bevorstehenden Tage seines 50jährlichen Dienstjubiläum mit Zeichen der Liebe und Dankbarkeit zu begehen. Sein Nachfolger ist der Landrath Freiher von Brackel der sich wie sei[n] Vorgänger durch die Biederkeit und Freundlichkeit die Liebe von seinen Kreiseingesessenen erworben hat.

Die Kapelle auf den Rellerbrink gebaut von der Witwe Rellermann die in ihre Mauerwerke vorigen Jahre volendet wurde, und nicht weiter ausgefürt ist weil die Mauerwerke für zu schwach gehalten, um den Dach die nöthige Stüze zu gewähren. Ist jedoch ohne weitere veränderung vorzunehmen in diesen Jahre volendet.

Das größte Ereichnis in diesen Jahre traf in Juli ein am 16ten war die Mobilmachung order für die Nord[d]eu[t]sche[?] Arme[e] von seiner Majestät des Königs von Preußen erlassen. Frankreich hat uns den Krieg erklärt. Eine förmliche Stockung im friedlichen Leben trat ein, da so plötzlich und unerwartet der Ruf Krieg erschol. Die Rüstung wurde in alle eile betrieben, so das die Arme[e] in 14 Tagen schon Schlagfertig an der Franzö[si]schen Grenzen standen. Alle Deu[t]sche Fürsten vereinigten sich um den Erbfeind Deu[t]schland[s] an der Grenze zurück zu schlagen.Im August wurden schon Schlachten geliefert wo der Sieg stets von dem Deu[t]schen nach häftigen Kämpfen mit vielen Opfer errungen ist. Am 2ten September in der Schlacht bei Sedan ist Napolion mit der Kriegers Arme[e] gefangen genommen und nach Deu[t]schland geschaft Napolion wurde auf Wilhelmshöhe Regierungsbezirk Kassel gebragt und die Armee in verschieden Deutschen Städten . Der Krieg wurde noch fortgesetz[t] bis endlich am 2 ten März 1871 Friede geschlossen.

Laut Bestimmung muhs die Chronik weiter geführt werden.

1930

Die Wirtschaftslage nimmt einen starken Rückgang ein. Die Preise in der Landwirtschaft sinken immer mehr, Steuern und Abgabe bleiben dieselben. Die Zahl der Arbeitslosen wird immer größer. Die Witterungsverhältnisse sind für das Jahr 1930 sehr günstig. In der Gemeinde selbst hat sich nichts von Bedeutung zu getragen.

1931

Das Jahr 1931 hat den gleichen Verlauf wie das Jahr 1930. Veränderungen von Bedeutung im öffentlichen Leben sind nicht eingetreten. Die Wirtschaftslage sinkt immer mehr, die Zahl der Arbeitslosen wird größer, und die Preise für Landwirtschaftliche Produkte sinken rapide abwärts.

1932

Das Jahr 1932 verläuft bis im Frühjahr ungefähr gleich wie 1931. Unter der schlechten Wirtschaftslage wurde die Geldknappheit größer. Die Reichsregierung unter dem Reichskanzler Dr. Brüning legte im Sommer Bankfeiertage ein. Die Banken und Kassen werden für einige Tage geschlossen, eine große Kassen Sanierung findet statt. Im Juni wurde Reichskanzler Dr. Brüning gestürzt und sein Nachfolger wurde Herr von Papen. Der Spätherbst brachte eine Wendung. Herr von Papen trat zurück, und Herr Reichspräsident von Hindenburg beauftragte den General d. Inf. von Schleicher zur Bildung der Regierung, und ernannte Herrn von Schleicher zum Reichs Kanzler.

Die Witterungsverhältnisse sind für das Jahr 1932 ungünstig es war eine große Dürre auf den schlechten Sandboden wurde der Roggen notreif.

1933

Am 30 Januar 1933 übertrug Herr Reichspräsident von Hindenburg Herrn Hitler die Kanzlerschaft. Diese Tat wurde von der Bevölkerung mit großem Jubel begrüßt. Am gleichen Tage wurde dem Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg und Herrn Reichskanzler Herrn Adolf Hitler von der Berliner Bevölkerung einen Fackelzug dargebracht. Am 5 März fand die Reichs= und Landtagswahl statt. Bei dieser Wahl konnte die neue Regierung unter Adolf Hitler 52 % auf sich vereinigen, und hatte somit die absolute Mehrheit erhalten. Der 12 März war wieder ein Wahltag es wurde der Provinzial=Landtag Kreistag Amts= und Gemeindevertreter gewählt. Am 20 April vollendete unser Reichskanzler sein xx Lebensjahr. Wir haben Herrn Reichskanzler Adolf Hitler zu Ehren einen Fackelzug gehalten. Herr Engelbert Brenken hielt eine begeistern[d]e Rede und hob besonders Deutschlands Aufstieg hervor. Mit zwei Musikkapellen sind wir Abends durch die geschmückten Straßen marschiert. Der 1 Mai wurde sodann von der neuen Regierung als staatlicher Feiertag eingesetzt und zwar als Tag der Nationalen Arbeit. Er ist in unsere Gemeinde gerade zu glänzend verlaufen. Am Vormittag war unter reger Teilnahme ein feierliches Hochamt. Um ½ 3 Uhr hatten sich sämtliche Vereine kirchliche wie weltliche auf dem Marktplatze in Delbrück versammelt. Nach einer kleinen Ansprache setzte sich unter klingender Musik der lange Zug in Bewegung. Die Häuser waren prächtig geschmückt. Bei der neuen Schule wurde uns durch die begeistert aufgenommenen Reden unsers Herrn Bürgermeisters Herrn Pastors und Herrn Engelbert Brenken die Bedeutung des Tages dargelegt. Zum Schluß wurde die Hitlereiche gepflanzt, ein Zeugnis von der historisch denkwürdigen Stunde und als ein Treugelöbnis von dem versammelten Volke für unser neuerstandenes Reich, unter Führung unsers großen Volkskanzlers Herrn Adolf Hitler.

1934

Am 1.3.1934. trat Herr Landrat von Laer[?], da er 30 Jahre die Geschicke des Kreises Paderborn geleitet hatte, in den Ruhestand. Am 1.4.1934 wurde Gauinspektor Pg. Homann als Landrat des Kreises Paderborn ernannt. Am 1. Mai, „Tag der nationalen Arbeit“, fand in Delbrück für den Amtsbezirk ein Umzug mit Festwagen statt: Unsere Gemeinde mußte für den Reichsnahrstand einen Wagen stellen mit allerhand landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Geräten. Im Jahre 1934 wurde die Marktregelung in Bezug auf Kartoffeln, Getreide, Fett durchgeführt. Dadurch bekamen wir feste und gesunde Preise.

Nach dem Gemeindeverfassungsgesetz vom 15.12.1933 wird die Gemeindevertretung nicht mehr durch die Gemeindeeingesessenen gewählt, sondern die Gemeindevertretung wird durch die Aufsichtsbehörde im Einvernehmen mit der örtliche Leitung der N.S.D.A.P. ernannt. Bauer Theodor Schlingmann wurde am 30 Juni 1934 zum Gemeindevorsteher berufen. Zu Gemeinderäten wurden berufen Kaufmann Georg Köllner, Fabrikant Heinrich Bette, Postschaffner Johann Altmann, Landwirt Wilhelm Morfeld, Bauer Ferdinand Kellner-Hansmeier. Zu Gemeindeschöffen wurde berufen Landwirt Georg Kückmann und Landwirt Heinrich Westerhorstmann jun.

Am 2. August 1934 starb vom ganzen deutschen Volke betrauert Reichspräsident von Hindenburg der große Feldmarschall des Weltkrieges. Volkskanzler Adolf Hitler trat als Führer und Reichskanzler an die Spitze des Deutschen Reiches.

Schlingmann: Bürgermeister.

1935

Am 13. Januar fand die Saarabstimmung statt. Das Wahlergebnis war glänzend, 95 % der Saarbevölkerung stimmte für Deutschland. Am 1 März ging das Saargebiet, welches von 1918 eine französische Verwaltung hatte, an Deutschland zurück. Am 13. März führte unser Reichskanzler Adolf Hitler die allgemeine Wehrpflicht wieder ein. Diese Maßnahme wurde von der Bevölkerung mit Freuden begrüßt.

Am 16. August wurde für Dorfbauerschaft eine Hauptsatzung erlassen, wonach 4 Gemeinderäte zur Beratung des Gemeindeleiters bestellt werden sollen. Am 1. Oktober wurden zu Gemeinderäten folgende Gemeinderäte neu bestätigt:

Kaufmann Georg Köllner

Postschaffner Johann Altmann

Landwirt Wilhelm Morfeld

Bauer Ferdinand Kellner-Hansmeier

Schlingmann: Bürgermeister

1936

Am 7. März fand die denkwürdige Reichstagssitzung statt, wo unser Führer Adolf Hitler bekannt gab, daß die neutrale Zone im Rheinland wieder mit Militär belegt würde. Gleichzeitig hob er den Reichstag auf und es wurde für den 29 März Neuwahlen angesetzt. Das Wahlergebnis war glänzend, 98 % aller Deutschen stimmten mit ja. In unserer Gemeinde gaben alle Wähler bis auf zwei ihre Stimmen für Adolf Hitler ab. Im August wurde die zweijährige Dienstzeit für unser Militär eingeführt. Im September fand hier in der Umgegend Manöver statt. In unserer Gemeinde wurden mehrere male Truppen einquartiert. Sie wurden von der Bevölkerung freundlich aufgenommen und gut bewirtet, welches durch Dankschreiben der Truppenteile bestätigt wurde.

Die Gemeindestraße Delbrück-Haupt und der Lippstädter=Damm wurden zum 1. Oktober vom Kreis übernommen. Die in Frage kommenen Gemeinden mußten sich verpflichten, sich an den Gesamtinstandsetzungskosten mit ½ zu beteiligen. Unsere Gemeinde muß deshalb an den Kreis zirka 8000 RM in 10 Jahresraten entrichten. Da sich die Einnahmen in unserer Gemeinde verringerten, die Ausgaben aber zum Teil erhöhten, wurden wir gezwungen, um den Haushaltetat ausgleichen zu können, die Bürgersteuer vom einfachen auf den zweieinhalbfachen Reichssatz zu erhöhen.

Das Wetter war in diesem Jahre viel trübe und regnerisch. Gras ist viel gewachsen.Dagegen ist die übrige Ernte nicht so gut wie in den vergangenen Jahren ausgefallen. Sie kann als Mittelernte bezeichnet werden. Für landw. Produkte, Schlachtvieh und dergleichen sind Höchstpreise festgesetzt. Den Spekulanten ist dadurch für ihre unsauberen Machenschaften ein Riegel vorgeschoben. Für Zuchtvieh und Pferde bestehen keine Höchstpreise. Gute Pferde kosten 800 bis 1000 RM. Gute Kühe kosten 500 bis 600 RM. Ferkeln sind billig., 6 Wochenverkeln kosten augenblicklich 8 bis 10 RM.

Schlingmann: Bürgermeister.

Gesehen, den 25. Januar 1936[?]

Der Landrat

Homann

 

1937

Der Winter 1936 – 1937 war gelinde, wenig Frost. Der Frühling war naß und unfreundlich. In der übrigen Zeit des Jahres war das Wetter für hiesiger Gegend recht günstig, besonders waren die Monate August und September ausnahmsweise sonnig und warm. Am 11 Juni war ein schweres Gewitter. Das Wohnhaus des Bauern The[o]dor Neukirch, Heitkamp wurde an diesem Tage durch Blitzschlag eingeäschert. Die Getreideernte war als mittel zu bezeichnen. Die Hackfrucht- und Kartoffelnernte war sehr gut. Die Preise für Vieh sind geblieben wie im vergangenen Jahre, mit Ausnahme für Rindvieh, dieses ist 25 % billiger. Wegen Rohstoffknappheit mußte dieses Jahr zum ersten male Hanf angebaut werden, er war im großen Ganzen gut geraten. Zur Sicherstellung der Volksernährung wurde von der Regierung das Verfüttern von Brotgetreide an Vieh verboten.

Am 9. September starb nach längerem Leiden der Landrat Gauinspektor Pg Homann. Der Tod dieses vortrefflichen Menschen wurde von den Eingesessenen des Kreises aufs tiefste bedauert.

Im Jahre 1937 sind in der Gemeinde 34 Geburten, 14 Sterbefälle zu verzeichnen. 30 Personen haben sich verheiratet.

Schlingmann: Bürgermeister

1938

In den Monaten Januar, Februar und März nur gelindes Wetter, dagegen war der Frühling naß und kalt. Im Mai waren noch Bodenfröste, so daß die Obstblüten verfroren waren, deshalb war in Obst eine Mißernte. Der Sommer war im allgemeinen trocken und unfreundlich, mit Ausnahme verschiedener heißer Tage, besonders während der Roggenente.Der Oktober war naß und regnerisch. Im übrigen war die Witterung im Herbst verhältnismäßig günstig. Im Dezember war eine scharfe Kälte, wie sie seit Jahrze[h]nten nicht zu verzeichnen war.

Im Mai trat hier in der Gemeinde der erste Fall von Maul- und Klauenseuche auf. Diese hat sich einzeln auf die Gehöfte verbreitet und ist am Schlusse des Jahres noch in mehreren Betrieben vorhanden. Durch diese Seuche ist dem einzelnen Bauern wie auch der Allgemeinheit ein großer Schaden durch Milch- und Fleischverlust entstanden. Auch gingen durch diese Krankheit und deren Nacherkrankungen Tiere zu Grunde.

An Stelle des verstorbenen Landrats Pg. Homann, wurde Regierungsassesor Pg. Althans aus dem Reichsinnenministerium mit der Führung des Kreises Paderborn als Landrat betraut.

In diesem Jahre sind 41 geboren, 27 haben sich verheiratet und 25 Personen gestorben. Am 19. Mai war die Grundsteinlegung des neuen Gerätehauses für die Feuerwehr. Die Feldstraße wurde in Valepagenstraße umbenannt. Durch Erlaß der Regierung dürfen bei kirchlichen Feierlichkeiten nur Hakenkreuzfahnen gezeigt werden. Durch die Verdienste unseres Führers wurde der Bundesstaat Oesterreich mit Deutschland zu einem Großdeutschland vereint. Am 10. April fand eine Reichstagswahl statt. Von 880 Wählern in unserer Gemeinde wählten 878 mit ja. 2 Wähler stimmten mit nein.

Die Getreideernte war gut. Heu- und Hackfruchternte war mittel. Die Viehpreise sind ungefähr geblieben wie in den vergangenen Jahren. Ferkeln sind teurer, kosten 25 bis 30 RM das Stück. Landarbeiter werden immer noch rarer, gehen mehr zur Industrie über.

Schlingmann: Bürgermeister

1939

In den Monaten Januar, Februar und März war verhältnismäßig gelindes Wetter. Der Frühling war unfreundlich und kalt, das Vieh konnte deshalb spät auf die Weide getrieben werden. Im Sommer war die Witterung im allgemeinen trübe. Heu hat es dieses Jahr wenig gegeben. Die Getreideernte war gut. Auch Kartoffeln warten gut geraten. Die Hackfruchternte besonders Steckrüben ließen zu wünschen übrig. Rindvieh und Schweinepreise sind geblieben, wie im vergangenen Jahre. Dagegen sind die Preise für Pferde angezogen.

Am 1 September begann der Krieg gegen Polen. Am 26. August mußten Pferde gestellt werden und Reservisten wurden zum Wehrdienst eingezogen. Unsere Gemeinde mußte am genannten Tage 22 Pferde in Wilhelmsberg b. Neuhaus zur Abnahme stellen. Es wurden von diesen Pferden nur 7 Stück ausgehoben. Am 8 November wurden nochmals 4 Pferde von der Gemeinde eingezogen. An Heu mußte unsere Gemeinde 1400 Ctr[?] an die Wehrmacht liefern. Die Pferde wurden bei der Abnahme von 700 RM bis 1700 bewertet. Bis Jahresschluß wurden dauernd Mannschaften zum Wehrdienst einberufen. Der Krieg gegen Polen dauerte 3 Wochen. In dieser kurzen Zeit hatte unsere ruhmreiche Armee die polnischen Streitkräfte aufgerieben oder gefangen genommen. Unsere Verluste waren verhältnismäßig gering. An Toten hatte die deutsche Armee 10000 Offiziere und Mannschaften zu beklagen. Aus unserer Gemeinde war einer gefallen.Unteroffizier Hans Förster, Walde Nr. 25. Als die deutsche Armee anfangs September in Polen einrückte trat Frankreich und England mit Deutschland in Kriegszustand. Diejenigen Truppen, welche nach Beendigung des Krieges gegen Polen frei gemacht werden konnten, wurden nach dem Westen gegen Frankreich und England befördert. Es fanden aber bis Ende des Jahres keine größere Kampfhandlungen statt.

Die Einwohnerzahl der Gemeinde betrug nach dem Stande vom 10.10.39. 1603 Personen. Im Jahre 1939 sind 50 geboren. 20 Personen haben sich verheiratet. 15 Personen sind gestorben.

Damit die Lebensmittel gleichmäßig verteilt werden, wurden bei Ausbruch das Krieges Lebensmittelkarten eingeführt. Um ein unnötiges aufkaufen von Stoff- und Kleidungsstücke jeglicher Art zu vermeiden, wurde die Kleiderkarte ausgegeben.

Schlingmann: Bürgermeister

1940

In den Monaten Januar, Februar bis mitte März war sehr scharfe Kälte bis 26 % zu verzeichnen. Der Schnee lag im Freien bis 40 cm tief. Es fanden Schneewehen statt, daß Fuhrwerke und Autos auf den Straßen stecken blieben. Arbeitskolonnen mußten die Straßen zum Teil freilegen. Der Monat April war ausnamsweise regnerisch. Dadurch verzögerte sich die Frühjahrsbestellung um 14 Tage bis 3 Wochen als in normalen Jahren. Im allgemeinen war das Wetter den ganzen Sommer hindurch trübe und kalt. Die Heuernte war mittel im Ertrage. Auch Roggen und Weizen ließen zu wünschen übrig. Kartoffeln und Hackfruchternte war befriedigend. Die Preise für Vieh sind dieselben geblieben wie im Vorjahre.

In dem ersten viertel Jahr fanden keine größere Kriegshandlungen statt. Um ein Eindringen der Engländer von Norden in Deutschland vorzubeugen wurde Dänemark und Norwegen von deutschen Truppen besetzt. Dänemark ließ sein Land kampflos besetzen. Norwegen leistete Wiederstand, dieser wurde aber schnell gebrochen. Um ein Eindringen der Westmächte durch Belgien und Holland ins Ruhrgebiet zu verhindern, rückten die deutschen Truppen am Morgen das 10 Mai in diese beiden genannten Länder ein. Auch Luxemburg wurde besetzt. Luxenburg leistete keinen Wiederstand. Belgien und Holland setzten sich zu Wehr, wurden aber von unseren Armeen schnell überrannt. Holland ergab sich nach 5 Tagen. Der belgische König kapitulierte mit dem Rest seiner Armee von 500 000 Mann nach 12tägiger Kampftätigkeit. Nun wurde der Kampf in Frankreich hineingetragen. Das deutsche Heer schlug die Französischen Truppen auf allen Fronten bis nach Südfrankreich hinein. Am 21. Juni wurde im Walde zu Kompigier[?] an derselben Stelle, wo im November 1918 der Waffenstillstand abgeschlossen, auch dieses mal der Waffenstillstand unterzeichnet. Am 26.6. 135 Uhr trat Waffenruhe bei der kämpfenden Truppe ein. Kein Mensch hatte geglaubt, daß Frankreich in so kurzer Zeit vernichtend geschlagen würde. Von dieser Zeit an fanden im Jahre1940 keine größere Kampfhandlungen statt. Die Kämpfe in der Luft und zur See wurden weitergeführt. In den Monaten Juni und Juli kamen die englischen Flieger auch in unsere Gegend. Es wurden in der näheren Umgebung, wie in Nordhagen Westenholz und auf den Kanalwiesen bei Delbrück Bomben geworfen, ohne größeren Schaden anzurichten. Die Bevölkerung wurde durch die Bombenabwürfe in Unruhe versetzt. Der Unteroffizier Franz Brockgreitens Dorfbauerschaft Nr. 25 ist im September auf der Fahrt nach Norwegen vermißt. Es wurden im Februar 6 Pferde aus unserer Gemeinde an die Wehrmacht geliefert. Im Laufe des Jahres wurden von Zeit zu Zeit wehrfähige Männer zum Heeresdienst eingezogen. Die Leute in der Landwirtschaft werden dadurch sehr rar. Die entstandenen Lücken an Arbeitskräfte müssen durch Polen und Kriegsgefangene ersetzt werden.

Im vergangenen Jahre sind durch die Firma Nolte im Siedlungsgelände 3 Doppel Häuser errichtet worden. Im Jahre 1940 sind 43 Kinder geboren, 5 Personen haben sich verheiratet und 21 Personen sind gestorben. Die Einwohnerzahl der Gemeinde beträgt nach dem Stande vom 10.10.1940. 1611 Personen.

Nachtrag. Am 13 und 14. Nov. herschte hier ein selten starker Orkan, welcher an Gebäuden und Bäume großen Schaden anrichtete. Vom 13 Dezember bis Jahresschluß, Schnee und Kälte bis 15 °

Schlingmann: Bürgermeister

1941

In den Monaten Januar, Februar bis in den März hinein, war ziemlich starker Frost bis zu 18°. Schnee lag bis Ende März. Auch die Monate April und Mai waren kalt, es waren zum Teil scharfe Nachtfröste zu verzeichnen. Die Obstbäume hatten dadurch stark gelitten und es war eine Mischernte in Obst. Auch Wiesen und Weiden hatten durch den Frost gelitten und blieben im Wachstum zurück Das Vieh konnte erst Ende Mai auf die Weiden getrieben werden wegen Mangel an vorhandenen Futter. Die Monate April, Mai, Juni und Juli, waren trocken. Von Mitte Juni bis Mitte Juli war es sehr warm bis 30° im Schatten. Im Übrigen war das Wetter im Sommer trübe und unfreundlich.Anfang August fing es an zu regnen und dieses hielt an bis Ende September. Roggen und Weizen, besonders die Haferernte hatte durch das Regenwetter stark gelitten. Anfang Dezember war es ziemlich kalt. Die Heuernte war wegen des kalten und trockenen Frühjahrs schlecht. Gerste- Roggen- und Weizenernte war zufriedenstellend. In Hafer war eine Mischernte zu verzeichnen. Kartoffeln und Hackfrüchte waren im Ertrage mittel.

In den ersten Monaten des Jahres fanden keine größere Kriegshandlungen statt. Im April wurden auf dem Balkan Jugoschlawien und Griechenland von deutschen und italienischen Truppen besetzt. Am 22 Juni begann der Krieg gegen Rußland. Trotz hartnäckigen Wiederstand des Feindes wurden die Bolschewisten bis in die Linie Leningrad, Moskwa[?] Karkow, Sostow[?] zurückgeschlagen. Da Kampfhandlungen durch Eintritt des Winters nicht möglich waren, fanden örtlich Kämpfe in diesen Abschnitten statt.

Im Laufe des Jahres wurden von Zeit zu Zeit wehrfähige Männer zum Wehrdienst eingezogen. Pferde wurden nur vereinzelt ausgemustert und abgenommen. Es starben den Heldentod fürs Vaterland: Theodor Heihoff Nr. 30, Stefan Ebbesmeier Nr. 15 und Georg Förster Nr. 25. Verunglückt sind der Oberleutnant Philipp Förster Nr. 25 auf dem Truppenübungsplatz Baumholter Saarpfalz und der Soldat Franz Kösters 128 in Hamburg. Einquartierungen haben nur vereinzelt stattgefunden. Im Jahr 1941. sind 39 Kinder geboren, 8 Eheschließungen sind vollzogen und 20 Personen sind gestorben.

Schlingmann: Bürgermeister

1942

Im Januar, Februar und März war eine scharfe Kälte. Temperaturen bis 30° unter Null. Durch den starken Frost hatte das Wintergetreide sehr gelitten. Auch Wiesen und Weiden hatten durch den strengen Winter gelitten, es gab infolgedessen ganz wenig Heu. In der übrigen Zeit des Jahres war die Witterung günstig. Infolge des guten Wetters hatte [sich] das Wintergetreide, trotz der Auswitterungsschäden erholt und es gab eine gute Ernte. Sommergetreide, Hackfrüchte und auch besonders in Kartoffeln war eine Vollernte zu verzeichnen. Die Viehpreise hatten sich im Rahmen des Vorjahres bezüglich der Festpreise gehalten. Nur Ferkeln waren wegen Knappheit gesucht und teuer, es wurden für gute 6 Wochen alte Ferkeln 30 bis 40 RM. bezahlt.

Da der Krieg auf allen Fronten weiter geführt wurde, mußten die Wehrpflichtigen des Jahrganges 1923 im April und aus der Landwirtschaft die Letzten des Jahrganges 1924 im Dezember zum Wehrdienst einrücken. Wehrpflichtige der älteren Jahrgänge wurden vereinzelt einberufen. 6 Pferde mußten im Laufe dieses Jahres an die Wehrmacht gestellt werden. Als fehlende Arbeitskräfte infolge der Einberufungen wurden französische Kriegsgefangene und Zivilpolen eingestellt, vereinzelt wurden auch Zivilrussen eingesetzt. Von den Bauern mußte abgeliefert werden 90, to. Heu, je nach Güte des Bodens, 5 bis 7 Ctr.[?] Getreide pro Morgen des angebauten Getreides und 60 bis 70 Ctr[?] Kartoffeln pro Morgen der angebauten Fläche. Je Huhn mußten 60 Stück Eier geliefert werden. Es starben den Heldentod fürs Vaterland, Obgefr. Franz Kneuper Dorfb. Nr. 164, Uffz Alois Hessel Dorfb. Nr. 137, Obgef. Willi Thiele Dorfb. Nr. 190, Gefr. Heinrich Beringmeier Dorfb. Nr. 33, und Obgefr. Franz Schmitz Dorfb Nr. 220.

Im Jahre 1942 sind 34 Kinder geboren, 27. Personen sind gestorben, 12 Heiraten haben stattgefunden.

Schlingmann: Bürgermeister

Gesehen!

Paderborn, 24. Juli 1943

Der Landrat

1943

Der Winter 1942/43 war ausnahmsweise mild. Schnee und Eis gab es gar nicht, deshalb auch kein Grundwasser. Auch im Frühjahr war es trocken. Anfang Mai waren ein paar warme Tage sonst kühl und regnerisch, aber keine große Wassermengen. Die zweite Hälfte des Monats Juli war sehr heiß, über 30° im Schatten. Dadurch reifte das Getreide früh. Mitte August war die Getreideernte bis auf kleine Mengen beendet. Der September war regnerisch, Oktober war trocken, im Dezember war gelindes, trübes Wetter. Im Allgemeinen war das Jahr 1943 ein trockenes Jahr. Die Getreide- Kartoffeln- und Hackfruchternte war mittel, auf den trockenen Böden unter mittel. Im Osten des Reiches waren die Kartoffeln infolge Trockenheit schlecht geraten und waren deshalb knapp und begehrt. Die Viehpreise und Preise für Bodenerzeugnisse hatten sich im Rahmen des Vorjahres bezüglich der Festpreise gehalten. Am 1 März brannte das Wohnhaus des Bauern Georg Schwede Nr. 16 nieder. Die Entstehung des Brandes konnte nicht geklärt werden, es wurde angenommen, daß der Schornstein schadhaft gewesen wäre. Der Neubau des Wohnhauses wurde in Angriff genommen und war am Ende des Jahres nicht ganz fertig gestellt, aber so weit, daß die Familie wieder einziehen konnte. Der Schmutz- und Abzugsgraben östlich der Westenholzerstraße am Hüliberg[?] wurden Abzugsrohre gelegt.

Der Jahrgang 1925 wurde im Juli zur Wehrmacht einberufen. Auch einzelne Wehrfähige der älteren Jahrgänge wurden eingezogen, ebenfalls mußten einige Pferde und Wagen gestellt werden. Durch Ausfall der eingezogenen Leute, mußten diese durch ausländische Arbeiter und Arbeiterinnen ersetzt werden. In der Gemeinde sind zirka 85 Ausländer kriegsgefangene Russen, französiche- polnische- und ukrainische[?] Zivilarbeiter untergebracht. Da sich die Bombenangriffe der Anglo-Amerikaner auf deutsche Städte mehren, sind viele (Pers.) Ewakuierte welche hier in der Gemeinde Verwandte haben, bei diesen untergebracht. Das Jahr 1943 hat uns keine große Siege gebracht. Wir mußten Stalingrad und u. Nordafrika aufgeben, und Kuban[?] räumen und die Ostfront zurücknehmen. Da Italien hinter unsern Rücken mit den Feindmächten Frieden schloß mußten wir auch Süditalien, Sizilien, Korsika und Sardinien aufgeben. Bei allen Sammlungen „N.S.W.-, Rote Kreuz- und Spinnstoffsammlungen hat die Gemeinde ihre Pflicht getan.

Als Gefallene sind gemeldet: „Gertkämper Franz 13 e[?], Wiebeler Josef 61, Wrede Wilhelm 36, Breimhorst Georg 9, Bokel Johann 27, Sander Stefan 21, Steinmetz Karl 156, Lipsmeier Johann 48, Heimann Josef 54, Müller Alfons und Müller Paul[?], zwei Brüder 174, Bette Heinz 195, Lobbenmeier Franz 175, Dreier Heinrich 131, Hennemeier Josef 67.“ Als vermißt wurden gemeldet: „Tepper Josef 22, Horenkamp Willi 42. Stamm Franz 46.” Im Jahre 1943 sind 32 Geburten zu verzeichnen 9 Heiraten haben stattgefunden, 20 Personen sind gestorben. Am 10. Oktober wurden gezählt 325 Haushaltungen mit 1820 Personen. Es ist noch nachzutragen: „In diesem Jahre war verhältnismäßig eine sehr gute Obsternte zu verzeichnen.

1944

Das Wetter war im ersten vierteljahr mild und regnerisch. Die Monate April, Mai bis Ende Juni war die Witterung rau und naß. Wiesen, Weiden und Hackfrüchte blieben im Wachstum zurück. Der Juli war trocken und dieses Wetter hielt vor bis Ende September. Das letzte Viertel-Jahr war naß und regnerisch. Getreide- und Kartoffelnernte waren mittel. Heu gab es nicht zu viel. Viehpreise und Preise für Bodenerzeugnisse waren bezüglich der Festpreise wie im vergangenen Jahre.

Der Krieg tobt immer weiter. Die Kriegslage hat sich an den Fronten zu unsern Ungunsten entwickelt. Am 6. Juni landeten die Invasionstruppen an der Westgrenze in Frankreich. Am Ende des Jahres hatten sich unsere Truppen infolge der Übermacht aus Frankreich, Belgien und zum Teil von Holland auf die deutsche Grenze zurückgezogen. Ein Teil des Rheinlandes war vom Feinde besetzt. Auch an den anderen Kriegsschauplätzen mußten sich unsere Truppen zurückziehen. Die feindlichen Fliegerangriffe nahmen sehr an Heftigkeit zu. Die Städte wurden zu Ruinen verwandelt. Es mußten deshalb noch mehr Obdachlose untergebracht werden. Auch wurden von Bauern Behelfsheime errichtet, darin wurden auch Evakuierte beherbergt. Am Ende des Jahres waren in der Gemeinde zirka 620 Personen evakuiert. Für das Vaterland sind im Jahre 1944 gefallen. Westerhorstmann Heinrich Nr. 67, Düsterhus Eduard Nr. 101., Timmermann Clemens Nr. 18c, Stratmann Georg Nr. 1, Strunz Walter Nr. 191. Hüser Georg Nr. 12; Kampmeier Stefan Nr. 50. Lohmann Stef. 47, Heinrich Heihoff Nr. 207., Hils Heinrich Nr 26, Austerschmidt Josef Nr. 44., Babik Andreas Nr. 122., Wrede Heinrich Nr. 36, Altmann Johannes Nr. 172 e.[?], Trienens Martin Nr. 221, Richter Josef Nr. 7, Brum Wilh. Nr. 229. Protte Georg Nr. 163, Kröger Theodor Nr. 192., Henke Lud… Nr. 2.,Josef Wiethaup[t] Nr. 48. Vermißt sind: Dreier Heinrich Nr. 59. Börnemeier Wilhelm Nr. 60, Tanger Stefan 75, Dreier Franz 59. Stollmeier Anton 208. Beringmeier Johannes 33, Brockgreitens Lorenz Nr. 25, Brachthumer Albert 180, Wiebeler Georg 61. Protte Josef 163. Runte August 221. Kück[m]ann Stefan 22, Schlingmann, Heinrich 46.

1945

Die Monate Januar, Februar und März waren im allgemeinen naß und regnerisch. Frost war im Winter 1944-1945 sehr wenig. Der April war ausnahmsweise warm. Die Bäume grünten früh und Anfang Mai hatte das Rindvieh schon auf den Weiden zu fressen.

Der Krieg näherte sich schnell seinem Ende. Es war auch ein Glück, die Terrorangriffe der feindlichen Flieger mehrten sich von Tag zu Tag. Unsere Kreisstadt Paderborn hat auch 4 Angriffe gehabt. Der erste war am 17. Januar der zweite 10 Februar, der dritte war am 22 März und der vierte war am 27 März Durch diesen Angriff wurde Paderborn größtenteils vernichtet. Am 2ten April ist hier Delbrück von den Amerikanern ohne Kampf eingenommen. Am 8 Mai hat die deutsche Wehrmacht bedingungslos kapituliert und um 0.01 wurde der Waffenstillstand unterzeichnet.