Der hl. Landolinus

oder Landelin, der Patron der Kirche in Boke, wurde um 630 bis 640 in der Nähe von Cambrai geboren. Er wuchs in der Obhut des Bischofs Autbert von Cambrai (633 – 669) auf. Er war für den Priesterberuf vorgesehen. Kurz vor Aufnahme in den Priesterstand entschied sich die junge Landolin jedoch anders. Er scheint ein recht wildes Leben begonnen zu haben. Als er sein gesamtes Vermögen vertan hatte, schloss er sich unter dem Namen Maurosus einer Räuberbande an. Bald wurde er deren Führer. Im Zusammenhang mit dem Tod eines Spießgesellen sollen ihm Engel erschienen sein, die ihn aufforderten sein Leben zu ändern. Landolin kehrte zu seinem Lehrer Autbert zurück, der ihn auch glücklich wieder aufnahm. Es begann eine längere Bußezeit mit drei Pilgerfahrten nach Rom. Schließlich erhielt er die Priesterweihe. Vier Klostergründungen gehen auf Landolin zurück. Er starb vermutlich im Jahre 707. Am Grab des Landolin sollen viele Wunder geschehen sein. Bischof Gottfried von Cambrai ließ die Gebeine 770 heben und es begann seine Verehrung als Heiliger.

Der hl. Landolinus in Boke

Die Gebeine des hl. Landolin sollen 836 gemeinsam mit denen des hl. Liborius (Dom zu Paderborn) ins Bistum Paderborn überführt worden sein. Ein entsprechender Translationsbericht liegt allerdings nicht vor. Die erste Quelle, die die Reliquien erwähnt stammt aus dem Jahre 1101. Darin wird allerdings die gemeinsame Überführung behauptet.
Es ist jedoch auch nicht unwahrscheinlich, dass die Boker Kirche bereits im 9. Jahrhundert mit den Reliquien des Heiligen ausgestattet wurde. Boke war eine wichtige Pfarrei im Zusammenhang mit der Christianisierung Sachsens. Die Gebeine blieben aber nicht lange alle in Boke. Bei der Auflösung des nur kurze Zeit in Boke bestehenden Benediktinerklosters scheinen die nach Flechtorp abziehenden Mönche den größten Teil der Gebeine beansprucht zu haben und führten sie mit (1102). Nach mündlicher Überlieferung befindet sich in Boke lediglich noch ein Arm.

a_buch03Mein Literaturtipp:

Wer sich etwas genauer informieren möchte, dem empfehle ich den entsprechenden Abschnitt in Tönsmeyer, Josef: Das Lippeamt Boke, herausgegeben von der Amtsverwaltung Salzkotten-Boke 1968.